Freitag,
19.10.2018
Steuern statt zahlen

Steuern statt zahlen

Rechte & Pflichten in Sachen Finanzamt

Auch wenn´s keinen Spaß mach: Bereits mit dem ersten eigenen Gehalt sind Azubis steuerpflichtig. Denn „wer Geld verdient, muss Steuern zahlen", lautet die simple Faustregel, die auf für Berufsanfänger gilt. Allerdings greift der Fiskus nur zu, wenn der Grundfreibetrag überschritten ist. Dieser liegt derzeit für Ledige bei 8.820 Euro (2017) und steigt 2018 auf 9.000 Euro. Bis zu dieser Grenze verschont der Staat die Einkünfte. Zudem können auch Berufsanfänger jährlich pauschal 1.000 Euro Werbungskosten absetzen. 

 

Werbungskosten absetzen

Was aber sind Werbungskosten? Darunter versteht der Gesetzgeber alle beruflich bedingten Ausgaben eines Arbeitnehmers, die zur Sicherung, zum Erwerb oder zur Erhaltung seines Arbeitslohns oder Gehaltes dienen. Ganz konkret sind damit Fahrkosten zum Betrieb und zur Berufsschule gemeint, Kontoführungsgebühr, Fachliteratur, Büromaterial, spezielle Arbeitsschuhe und -bekleidung, sofern sie nicht der Arbeitgeber stellt, sowie Übernachtungskosten bei Lehrgängen. Und da auch ein eigener Computer für viele Ausbildungsberufe inzwischen unumgänglich ist, kann dieser in vielen Fällen auch abgesetzt werden. Allerdings kann das Finanzamt dann ein Computer-Fahrtenbuch vorschreiben, in dem ganz genau dokumentiert werden muss, wann man den PC tatsächlich beruflich nutzt.

 

Steuer-ID statt Lohnsteuerkarte

Seit 2011 gibt es die Lohnsteuerkarten in Papierform nicht mehr. An ihre Stelle ist die elfstellige Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) getreten. Diese müssen Auszubildende gemeinsam mit dem Geburtsdatum und der Religionszugehörigkeit gleich zu Beginn der Lehre dem Chef mitteilen. Denn diese Angaben braucht er, um den Lohnsteuerabzug von Anfang an korrekt durchzuführen. Wer seine Steuer-ID nicht mehr weiß bzw. den Brief nicht mehr findet, der vor einigen Jahren an alle per Post zugeschickt wurde, kann beim Bundeszentralamt für Steuern die erneute Mitteilung beantragen. Mehr Infos dazu findet Ihr unter www.bzst.de.

 

Steuernummer vom Finanzamt

Parallel zur Steuer-ID erhält jeder noch eine zusätzliche Steuernummer. Darum muss man sich aber nicht selbst kümmern, denn die erstellt das Finanzamt automatisch, nachdem die erste Steuererklärung eingereicht wurde. Wer unter 18 Jahre alt ist, braucht für die Steuererklärung übrigens die Unterschrift der Eltern als gesetzliche Vertreter.

 

Und noch eine Nummer: die Sozialversicherungsnummer

Um den Nummernreigen voll zu machen, gibt es noch die Sozialversicherungsnummer. Die kennt die Krankenkasse und Deutsche Rentenversicherung in Berlin. Berufsanfänger bekommen diese Nummer mit dem Sozialversicherungsausweis per Post von der Rentenversicherung zugeschickt. Die Anmeldung übernimmt der Arbeitgeber. Es kann aber nicht schaden, als Berufsstarter beim Chef deswegen nachzufragen.

 

- Foto: Christian Wiediger/unsplash.com -