Dienstag,
21.04.2020
Von Mindestvergütung bis Teilzeitausbildung

Von Mindestvergütung bis Teilzeitausbildung

Das neue Berufsbildungsgesetz kurz und knapp erklärt

Mit der Erneuerung des Berufsbildungsgesetz (BBiG) soll die berufliche Ausbildung weiterhin attraktiv bleiben. Hier finden sich die wesentlichen Änderungen, die seit dem 1. Januar gelten.

 

Mindestvergütung für Auszubildende
Für Auszubildende gibt es jetzt einen einheitlichen Mindestlohn. Lehrlinge, deren Ausbildung in diesem Jahr beginnt, erhalten im ersten Ausbildungsjahr eine Mindestvergütung in Höhe von 515 Euro. Schrittweise werden die Einstiegsgehälter angehoben: bis 2023 auf 620 Euro. Die Mindestvergütung gilt für Auszubildende, die in einem nach dem BBiG oder der Handwerksordnung (HwO) geregelten Beruf ausgebildet werden. Allerdings haben Tarifverträge Vorrang vor der Mindestvergütung.

 

Neue Möglichkeiten bei der Teilzeitberufsausbildung
Bereits seit 2005 besteht die Möglichkeit, die Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Die Rahmenbedingungen werden mit der Novellierung deutlich flexibilisiert. Neben Personen, die durch Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen gebunden sind, können auf diese Weise zukünftig auch Menschen mit Behinderungen, lernbeeinträchtigte Personen oder Geflüchtete von einer Teilzeitausbildung profitieren.

 

Stärkung der Weiterqualifizierung
Nach einer erfolgreichen Ausbildung kann man sich durch Fortbildungen weiterbilden und so zum Beispiel einen Meister erwerben. Diese Fortbildungen vergleichbar mit einem Studium sind der Weg zum beruflichen Aufstieg. Kernstück der Novellierung sind die einheitlichen Abschlussbezeichnungen „Geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“. Der Meister wird nicht abgeschafft, sondern durch die Verbindung mit internationalen Bezeichnungen gestärkt.

 

Gleichstellung erwachsener mit jugendlichen Auszubildenden
Seit dem 1. Januar werden erwachsene Lehrlinge gleichgestellt hinsichtlich der Freistellung für und der Anrechnung von Berufsschul- und Prüfungszeiten. Das bedeutet:
• Einmal in der Woche die Freistellung für einen ganzen Berufsschultag, wenn dieser mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten beinhaltet; an diesem Tag erfolgt dann keine Rückkehr mehr in den Betrieb.
• Bei einem weiteren Berufsschultag in der gleichen Woche erfolgt eine Freistellung für den Berufsschulunterricht. Hier kann eine Rückkehr in den Betrieb erforderlich werden.
• Eine Freistellung erfolgt auch in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens 5 Tagen.
• Schließlich besteht ein Anspruch auf Freistellung für den der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangehenden Arbeitstag.

 

 

 

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