Freitag, 16.04.2021

Im Idealfall folgt auf die Bewerbung die Zusage vom Ausbildungsbetrieb. Damit ist ein großer Schritt geschafft, jetzt kommt der „Papierkram“: Vor Beginn der Ausbildung müssen Arbeitgeber und Azubi einen Vertrag abschließen. Aber was muss da eigentlich alles drinstehen? Paragraf 11 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) regelt genau, welche Punkte unbedingt in einen Ausbildungsvertrag gehören.

 

Ziel der Berufsausbildung

Insbesondere die Berufstätigkeit, für die ausgebildet werden soll, muss klar aufgeführt sein sowie die entsprechenden Inhalte. 

 

Beginn und Dauer der Berufsausbildung

Die gesetzliche Ausbildungsdauer beträgt zwischen zwei und dreieinhalb Jahren.

 

Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte

Es muss aufgelistet werden, wo die Ausbildung stattfindet, denn das ist nicht nur im Betrieb selbst. Azubis nehmen häufig an Lehrgängen oder Schulungen teil, die außerhalb des Betriebes und der Berufsschule stattfinden.

 

Dauer der Arbeitszeit

Die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit richtet sich meist nach dem Arbeitszeitgesetz, dem Jugendarbeitsschutzgesetz oder einem Tarifvertrag, kann aber auch individuell geregelt werden. Meist gilt eine wöchentliche Arbeitszeit zwischen 35 und 40 Stunden, verteilt auf fünf Tage.

 

Dauer der Probezeit

Sie ist mindestens einen Monat und höchstens vier Monate lang. Während der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis von beiden Seiten jederzeit schriftlich gekündigt werden. Danach muss ohne wichtigen Grund eine Kündigungsfrist von vier Wochen eingehalten werden.

 

Höhe der Vergütung

Im Vertrag muss die Brutto-Ausbildungsvergütung festgehalten werden. Seit Anfang 2020 haben Auszubildende im ersten Lehrjahr Anspruch auf mindestens 515 Euro. Eine Gehaltserhöhung erhalten sie mindestens einmal im Jahr. Auch hier gibt es Mindestvergütungen. Ausnahme: Auszubildende mit einem Tarifvertrag, wobei sie in der Regel von diesem profitieren.

 

Urlaubstage

Der jährliche Urlaubsanspruch muss aus dem Vertrag hervorgehen und wird oft durch Tarifverträge bestimmt. Wer zu Beginn eines Kalenderjahres 18 Jahre alt ist, erhält Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz. Dieser beträgt mindestens 24 Werktage pro Jahr.

 

Bevor man den Ausbildungsvertrag unterschreibt, sollte man ihn auf jeden Fall sorgfältig durchlesen und bei Unklarheiten nachfragen. Übrigens: Ist der Auszubildende noch minderjährig, ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Diese müssen dann den Vertrag neben Betrieb und Azubi ebenfalls unterschreiben.

 

 

Foto: shutterstock.com/djile

Freitag, 16.04.2021

Endlich den Schulabschluss in der Tasche, stehen viele Abiturienten vor der Frage: Wohin soll die berufliche Reise gehen? Studieren? Eine Ausbildung machen? Oder vielleicht beides kombinieren? Die gute Nachricht: Bei der Wahl zwischen Ausbildung und Studium gibt es kein Besser oder Schlechter. Beide Wege bieten tolle Chancen für erfüllende Karrieren. Außerdem lassen sich akademische und berufliche Bildungswege auch kombinieren.

 

Betriebliche Ausbildung

Diese duale Ausbildung kombiniert Theorie und Praxis. Letztere erlernt der Azubi im Betrieb, während er sein theoretisches Wissen in der Berufsschule vertieft. Die findet entweder blockweise über mehrere Wochen am Stück oder an festen Tagen ein bis zweimal wöchentlich statt. Neben fachtheoretischem Unterricht werden auch Fächer wie Deutsch oder Fremdsprachen unterrichtet.

 

Schulische Ausbildung

Der Schwerpunkt dieser Variante liegt auf der Theorie, die Ausbildung findet fast ausschließlich in einer Berufsfachschule statt. Typische Berufsfelder sind das Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen. Aber auch Informationstechnologie oder Ergotherapie finden in vollzeitschulischer Ausbildung statt. Zur Ausbildung gehören Pflichtpraktika, die Einblicke in die Praxis gewähren. Geld gibt es bei dieser Ausbildung nicht, im Gegenteil: Oft verlangen private Träger ein Schulgeld.

 

Studium

Wer den akademischen Weg einschlagen möchte, kann zwischen Universität und Fachhochschule wählen. Wer sich für einen zulassungsfreien Studiengang entscheidet, kann sich zum nächsten Semester direkt an der ausgewählten Uni bewerben. Gibt es mehr Bewerber als Studienplätze, sind Studiengänge oft beschränkt. Dann können je nach Hochschule neben der Abiturnote auch eine Note in einem Eingangstest, der Nachweis von Praktika oder Fremdsprachenkenntnisse eine Rolle spielen.

 

Das spricht für eine Ausbildung:

Eine Ausbildung ist das Richtige für dich, wenn du mit folgenden Punkten übereinstimmst:

- Du freust dich, dass die Schule geschafft ist und jetzt das Berufsleben beginnt.

- Du arbeitest gern praktisch und willst sehen, wie sich dein Wissen anwenden lässt.

- Du willst schnell selbst Verantwortung übernehmen.

- Wenn du deine Ausbildung in einem Betrieb machst, verdienst du von Anfang an Geld.

Bereits während der Ausbildung kann man Zusatzqualifikationen erwerben. Danach kann man sich weiterbilden, etwa zum Meister oder zum Fachwirt - und damit eine Führungsposition einnehmen oder sich selbstständig machen. Und natürlich stehen nach der Ausbildung auch weiterführende schulische Wege offen.

 

Das spricht für ein Studium:

Ein Studium ist das Richtige für dich, wenn du mit folgenden Punkten übereinstimmst:

- Du interessierst dich für Wissenschaft und tauchst gerne tief in ein Thema ein.

- Du kannst dich gut selbst organisieren und hast Disziplin. Wobei man diese Eigenschaften auch während des Studiums noch erwerben und ausbauen kann.

- Du möchtest später in einer Führungsposition arbeiten. Oft wird dafür ein Studium vorausgesetzt.

In einigen Berufen kann man überhaupt nur arbeiten, wenn man studiert hat, etwa als Chemiker, Arzt oder Jurist.

 

Ausbildung und Studium kombinieren: das Duale Studium

Neben der Theorie lernen Studenten hier von Anfang an auch die betriebliche Praxis und die spätere Arbeitsrealität kennen. Neben dem Hochschulstudium absolvieren sie eine Berufsausbildung in einem Unternehmen. Beide Teile sind eng miteinander verknüpft und die Lerninhalte bauen aufeinander auf.

So erfahren angehende Wirtschaftsingenieure im dualen Studium zum Beispiel nicht nur, wie sie Produktionskosten kalkulieren, sondern auch, wie die Produktion technisch abläuft. Und ein großer Vorteil: Nach drei Jahren hat man, zusätzlich zu einem Bachelorabschluss, auch eine abgeschlossene Berufsausbildung.

 

Übergangszeit als Chance

Wer noch Bedenkzeit benötigt, kann diese sinnvoll nutzen und ein Jahr ehrenamtlich arbeiten. Bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) beispielsweise kann man sich im sozialen Bereich engagieren, bei einem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) im Umwelt- und Naturschutz. Der Zeitraum des Freiwilligen Jahres liegt zwischen sechs und 18 Monaten. Ein Vorteil: Die Zeit wird als Wartesemester angerechnet. Außerdem bietet es eine gute Gelegenheit, mögliche Berufsbereiche zu testen und zeigt nicht zuletzt persönliches Engagement, was potenzielle Arbeitgeber immer zu schätzen wissen.

 

 

Foto: shutterstock.com/Vladimir Gjorgiev

Freitag, 16.04.2021

Wie entwickelt sich der Ausbildungsmarkt? Fünf Trends und Prognosen rund um das Thema Ausbildung:

 

Trend 1: Ausbildungsmarkt wird zum Bewerbermarkt

Bis zum Jahr 2025 wird die Zahl der für eine Ausbildung geeigneten jungen Menschen abnehmen, da weniger Jugendliche die allgemeinbildenden oder beruflichen Schulen verlassen werden. Laut Prognosen haben deutschlandweit 2025 nur noch 442.400 Absolventen einen nicht studienberechtigten Schulabschluss. 2012 waren es noch 534.600.

 

Trend 2: Schwächere Bewerber rücken in den Fokus

Als Reaktion auf die sinkenden Schulabgängerzahlen werden immer mehr Unternehmen die Anforderungen an die Bewerber senken. Ausnahme: Banken und Versicherungen werben zunehmend um Studienabbrecher.

 

Trend 3: Unternehmen konkurrieren um Auszubildende

Laut Bundesinstitut für Berufsbildung existieren in Deutschland etwa 350 anerkannte Ausbildungsberufe. Verschiedene Unternehmen suchen die besten und passgenauen Bewerber für die gleichen Ausbildungsberufe. Das bedeutet: noch mehr Wettbewerb.

 

Trend 4: Jugendliche wollen „coole“ Berufe

Die Attraktivität des Berufes ist für viele Jugendliche ausschlaggebend bei der Wahl der Ausbildung. Gefragt sind Berufe wie „Gestalter für visuelles Marketing“. Bäcker oder Landwirt hingegen sind weniger begehrt. 

 

Trend 5: Abwechslung ist gefragt

Insgesamt 1600 Schüler, Auszubildende, Studierende und Eltern wurden für eine Untersuchung der IGS Organisationsberatung GmbH befragt, was sie sich von ihrer Ausbildung erwarten. Das Ergebnis: Abwechslung (11 Prozent), ein hohes Einkommen, Zeit für die Familie, nette Kollegen sowie Entwicklungsmöglichkeiten (jeweils neun Prozent). Nur vier Prozent wollen Verantwortung übernehmen.

 

 

Quelle: Christoph Beck, Stefan F. Dietl (Herausgeber): "Ausbildungsmarketing 2.0. Die Fachkräfte von morgen ansprechen, gewinnen und binden”, Foto: shutterstock.com/tsyhun

Freitag, 16.04.2021

Egal, ob es um eine Ausbildung im Einzelhandel, in der Logistik oder im Krankenhaus geht: Das klassische Bewerbungsgespräch wird immer häufiger durch ein Video-Interview ersetzt. Die Gründe: Digitalisierung, Internationalisierung und natürlich auch die aktuelle Corons-Pandemie. Da Unternehmen auch künftig vermehrt auf Online-Tools setzen werden, müssen sich Bewerber diesen neuen Herausforderungen stellen. Hier einige Tipps für ein gelungenes Vorstellungsgespräch im Web.

 

Vorbereitung ist wichtig 

Gehen nicht alle wichtigen Details aus der Einladung hervor, sollten sich Bewerber vorab mit dem Ansprechpartner abstimmen: Wann genau findet das Gespräch statt, welche Software wird genutzt, wer ruft wen an? Vorher sollte man noch einmal die gesamte Bewerbung durchlesen und griffbereit haben - genauso wie Block und Stift für Notizen. Wie bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch auch gehört es außerdem zur Vorbereitung, sich über die Firma zu informieren, Antworten auf mögliche Interviewfragen zu überlegen sowie Fragen zur ausgeschriebenen Stelle, zum Team oder zum Unternehmen zu formulieren. 

 

Funktionierende Technik ist ein Muss

Vor dem Vorstellungsgespräch ist es ratsam, auf jeden Fall die Software zu testen und gegebenenfalls schon mal ein Gespräch zu simulieren. Ist die Internetverbindung gut, die Geschwindigkeit hoch genug, funktionieren Webcam und Mikrofon? Wer genügend Zeit für den Testlauf einplant, vermeidet Stress, wenn nicht alles auf Anhieb funktioniert. 

 

Ein geeigneter Hintergrund

Eine neutrale und aufgeräumte Umgebung macht während des Gesprächs einen guten Eindruck. Das betrifft übrigens nicht nur den sichtbaren Bildausschnitt. Falls im Verlauf des Gesprächs der Bildschirm geteilt wird, ist ein angemessenes Hintergrundbild ebenso wichtig wie ein strukturierter Desktop. Für das virtuelle Bewerbungsgespräch sollte man sich unbedingt auch einen ruhigen, ungestörten Ort aussuchen, an dem man sich gut konzentrieren kann und nicht Gefahr läuft, dass jemand durchs Bild läuft. 

 

Outfit, Körperhaltung und Sprache 

Auch wenn das Gespräch zu Hause stattfindet, sind angemessene Kleidung, eine positive Körpersprache und deutliches Sprechen ebenso wichtig wie bei einem realen Treffen. Der erste Eindruck entscheidet auch hier. Deswegen sollte man sich als Bewerber niemals mit Jogginganzug vor den Laptop setzen. Am besten kleidet man sich so wie für das Bewerbungsgespräch vor Ort, denn in den richtigen Klamotten fühlt man sich gleich ganz anders und tritt anders auf. Man sollte einen Kameraausschnitt wählen, der auch den Oberkörper zeigt, damit das Gegenüber nicht nur die Mimik, sondern auch die Gestik sehen kann. Wichtig: Aufrecht sitzen und hängende Schultern, einen gebeugten Oberkörper sowie nervöses Zappeln vermeiden. Eine deutliche Aussprache und langsames Sprechen sind im Videochat noch wichtiger als bei einem persönlichen Gespräch. Deswegen sollte man komplizierte Formulierungen vermeiden und die Antworten relativ kurz halten.

 

Höfliche Verabschiedung

Dankesworte an den Interviewpartner dürfen bei der Verabschiedung nicht fehlen. Wer dabei nochmal die Namen der Gesprächsteilnehmer einfließen lässt, vermittelt echtes Interesse. Und wer im Nachgang sein Interesse noch einmal per E-Mail bekräftigt, rundet damit seinen digitalen Auftritt professionell ab und bleibt positiv in Erinnerung.

 

 

Tipp: Mit verschiedenen Tools vertraut machen

Bewerberdatenbanken, E-Assessment-Tools oder Cultural-Fit-Tests - im Auswahlprozess für neue Mitarbeiter spielen digitale Werkzeuge in vielen Unternehmen eine immer größere Rolle. Auch als Bewerber sollte man sich deswegen mit den beliebtesten Instrumenten fürs Online-Vorstellungsgespräch vertraut machen: Skype, FaceTime oder Google Meet, Zoom oder Microsoft Teams - wer sich hier auskennt, kann im Gespräch deutlich gelassener sein.

 

 

Foto: shutterstock.com/fizkes

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